Woher ich komme - mein Weg in die Berufung
Ich bin 1975 zur Welt gekommen und in Interlaken, in der Schweiz, eingebettet in herrliche Natur zwischen Seen und Bergen, aufgewachsen.
Meine Mutter gehörte zur Glaubensgemeinschaft der »Zeugen Jehovas«, mein Vater war evangelisch-reformiert. In meiner starken Bindung zu meiner Mutter folgte ich treu ihrem Weg und versuchte, ihren Glauben zu verinnerlichen. Es gelang mir nie. Vielmehr spürte ich meine ganz eigene geistige Anbindung und erlebte eine intensive Nähe zu den Engeln. Ich war mir ihrer Anwesenheit immer bewusst. Sie behüteten meine Seele in all den Jahren der menschlichen und religiösen Prägung. In Träumen und auf Astralreisen wurde ich in frühester Kindheit an himmlisches Wissen herangeführt. Diese Träume brannten sich tief in mein Bewusstsein ein. Noch heute erinnern sie mich immer wieder an meine geistige Kraft, an meinen inneren Ruf und an meine Lebensaufgaben. Über diese Erfahrungen und über meine Verbundenheit zu den Engeln zu sprechen, kam mir als Kind zum Glück nie in den Sinn. So konnte mein Zugang zur Geistigen Welt unversehrt bleiben.
Mit fünfzehn Jahren erlebte ich einen intensiven Erweckungsmoment, in welchem mir bewusst wurde, dass die Zeugen Jehovas nicht meine Zukunft sein konnten. Von da an ging alles unerwartet schnell. Es kam mir vor, als würde eine höhere Macht eingreifen und mein Schicksal in die Hand nehmen. Mein kleiner, aber wesentlicher Beitrag bei dieser wundervollen Entwicklung war, dass ich meiner eindringlichen inneren Stimme und meiner klaren Intuition folgte. So kam es, dass ich mit siebzehn Jahren aus dem Elternhaus auszog. Bereits ein Jahr später löste ich mich sowohl von der intensiven Bindung an meine Mutter als auch von ihrem Glauben. Damit begann meine eigene Umprogrammierung der anerzogenen Gedanken. Ich formte ein neues, authentisches Verständnis über Gott und die Welt. Ich definierte, woran ich glauben und wie ich wirklich leben wollte.
Mein Bewusstsein konnte in dieser Lebensphase noch mehr erwachen. Bereits mit zwanzig Jahren spürte ich den Ruf, aus meinem inneren Wissen und meiner Erfahrung heraus zu wirken und Bücher zu schreiben. Doch es schien noch zu früh dafür zu sein. Trotz all der vorhandenen Zeichen und offenen Türen wagte ich es nicht, meinem Herzen zu folgen. Stattdessen entschied ich, Betriebswirtschaft zu studieren. Mit der Überzeugung, dass ich danach Geld und Zeit für mein wahres Anliegen haben würde, quälte ich mich durch das Studium. Es schien, als hätte ich das Märtyrertum noch nicht verlernt. Gut funktionierend, aber mit wenig Liebe und Lebendigkeit, trat ich im Alter von fünfundzwanzig Jahren eine Stelle als Leiterin des Finanz- und Rechnungswesens in einem mittelgroßen Betrieb an. Damit war ich im Höhenflug meiner inneren Härte und in meinem Perfektionismus angelangt. Beides zwang mich mit einem Burnout bereits ein Jahr später in die Knie. Ich kämpfte mich zurück auf meine Füße. Meine starke Willenskraft, eine gewisse Begeisterung für meine Arbeit und die Hoffnung auf bessere Zeiten ließen mich durchhalten. Über Jahre trieb ich mich so an. Ich vergaß die Selbstliebe und verdrängte den inneren Ruf.
Der Schrei meiner Seele drückte sich glücklicherweise zunehmend auch über den Körper aus. Um die physischen Schmerzen und die seelische Not und Leere zu lindern, entschied ich mich, meine Kindheit mit therapeutischer Hilfe aufzuarbeiten. Ich ordnete also erneut meine Glaubensmuster, diesmal jedoch mit einem anderen Fokus. Schritt für Schritt begann ich, sanfter mit mir zu werden und Verantwortung für mein Inneres zu übernehmen. Immer mehr schälte ich mein echtes Wesen heraus und lernte meine Leichtigkeit und Lebensfreude kennen. Dadurch begann ich, meine Bedürfnisse und meine Herzensstimme wieder wahrzunehmen, und wagte den nächsten großen Schritt: Ich kündigte meine Arbeitsstelle und ging für vier Monate nach Costa Rica. Was ich in diesem Land und seiner wundervollen Natur erlebte, waren ein tiefes geistiges Erwachen und eine große innere Reinigung. Vor allem die intensiv grünen und mystischen Nebelwälder berührten mich mit ihrer unendlichen Friedensenergie. Sie rissen die Mauern um mein Herz förmlich nieder, und heilende Kräfte flossen durch mich. Zurück in meiner Schweizer Heimat und gestärkt durch all die Erfahrungen folgte ich meiner Intuition und den Erkenntnissen, die ich in Costa Rica erhalten hatte. So begann ich die Ausbildung zur cosmogetischen Heilerin bei Jana Haas.
Mit Leichtigkeit lernte ich bei Jana das geistige Sehen und erfasste energetische und seelisch-geistige Zusammenhänge. Es schien mir alles so logisch und bestens vertraut. Meiner inneren Gaben noch mehr bewusst, fasste ich endlich den Mut, mich auf meinen Seelenruf einzulassen. Dies war eine bewusste Entscheidung, die mein Leben grundlegend veränderte. Ich spürte, wohin ich wollte; aber ich konnte weder das genaue Ziel noch den Weg sehen. Meine Zukunft war noch wie in Nebel gehüllt. Ich sah nur, dass die Engel an mich glaubten, und war mir sicher, dass sie mir die Richtung und die ersten Schritte weisen würden. Also folgte ich dem stimmigen Gefühl und den vor- handenen Zeichen.
Noch im selben Jahr trat ich an die Öffentlichkeit: Zuerst mit Medi- tationen, dann mit Vorträgen, persönlichen Engel-Botschaften und schon bald mit Seminaren. Im Jahr 2015 veröffentlichte ich mein erstes Buch »Gehe den Weg deines Herzens«. Drei Jahre später folgte mein erster Lehrgang im energetischen Heilen und in Medialität. Meine Botschaft wurde dabei immer deutlicher. Sie ist von meinen eigenen Erfahrungen und Transformationsprozessen geprägt. Der Kern meiner Wissensvermittlung ist der Weg der Liebe. Damit geht es auch um das Heilen der Angst sowie um das Befreien der eigenen Persönlichkeit, der mitgebrachten Gaben und geistigen Verbundenheit.
Mein Weg in die Berufung hört sich jetzt sehr einfach an; doch vieles war intensive Arbeit, gezeichnet vom konsequenten Erkennen veralteter Glaubensmuster und dem Verankern und Umsetzen einer neuen, authentischen Lebensphilosophie. Meine Kindheit war kaum von Leichtigkeit und echter Herzensfreude geprägt. Ich verband zwi- schenmenschliche Liebe mit keinem angenehmen Gefühl. So musste ich mit vielen grundlegenden Missverständnissen aufräumen und mein Vertrauen in mich und in echte liebevolle Nähe finden. Dabei hatte ich mich allem voran der abgrundtiefen Angst, bewertet zu werden und nicht gut und nicht liebenswert zu sein, zu stellen. Diese bewertenden Gedanken und Ängste waren meine großen Selbstsaboteure und Lehrmeister. Erst als ich durch sie hindurchgehen konnte, wagte ich, dem Leben die Hand zu reichen. Ich glaube, dass viele Menschen ähnliche Prozesse durchschreiten. Auch sie lassen sich von ihren Irritationen sabotieren, anstatt ihrem Herzen zu folgen. Dabei ist nichts und niemand es wert, dass wir uns, unsere Herzensbedürfnisse und unseren inneren Ruf verneinen. Und ein wenig Gepäck im Rucksack ist kein Grund, um stehenzubleiben.
(Quelle: Simone Balmer, Entscheide dich für die Liebe, Aquamarin Verlag 2021)

