Der Weg geht zum Herzen hin.

Wahrheit will immer ins Handeln fliessen.

Was erkannt worden ist, kann im Bewusstsein nicht mehr ausradiert werden. Es kann eine gewisse Zeit verdrängt werden, doch vergessen können wir höher schwingende Erkenntnisse nicht mehr. Wenn diese zu einer vollständigen Wahrheit in uns geworden sind, dann ist es unumgänglich, dass sie durch uns nach außen fließen. Wahrheit will immer gesagt und umgesetzt werden. Sie drängt uns nahezu dazu. Das ist ein höherer Herzensruf in uns und entspringt einem kosmischen Grundgesetz, denn die Seele strebt nach der All-Liebe. Manchmal haben wir erkannt, dass eine Entscheidung oder Veränderung in unserer Haltung unumgänglich ist. Doch wir sind zu unsicher, um zu handeln, zum Beispiel weil uns die nötige Klarheit oder der Mut fehlen. Dann ist es oft hilfreich, sich seiner Intuition und der wahren Gefühle noch mehr bewusst zu werden. Je heller liebevolle Erkenntnisse und Gefühle in uns strahlen, desto mehr wird die Umsetzungskraft in uns reifen. Je klarer uns etwas geworden ist, desto weniger können wir dagegen handeln. Spätestens wenn es keine Zweifel, kein „ja aber“, keine Zukunftsängste mehr gibt, wissen wir, dass es Zeit ist, zu seiner Wahrheit und Liebe zu stehen.

Ich möchte an dieser Stelle nochmals die sieben Heilungs- und Entwicklungsschritte einbringen, welche uns für Lösungen in unserer Partnerschaft öffnen und stärken können:

1 Erkennen
Erkennen, dass etwas nicht rund läuft in einer Beziehung; dass wir uns vielleicht nicht getrauen, ehrlich zu sein, Gefühle ignorieren oder aus Kindheitsmustern heraus reagieren.

2 Verstehen
Verstehen kann bedeuten, durch Selbstreflexion die eigenen Gedanken- und Gefühlsmechanismen und damit oft einhergehende vergangene und noch aktive Prägung zu begreifen oder durch ein offenes Gespräch die Situation und Missverständnisse zu klären.

3 Vergeben
Vergebung dürfen wir üben, wenn uns etwas oder jemand (und das sind immer auch wir selbst) verletzt hat. Halten wir an den Emotio- nen der Verletzung fest und übernehmen wir keine Verantwortung dafür, dann führt diese Selbstablehnung zu Verurteilung und zum Einnehmen einer Opfer-Täter-Haltung. Vergebung ist ein Akt der Gnade. Wir lassen darin die Enttäuschung, die irritierten Gedanken und Verletzungen los. Wir finden Frieden mit der Erfahrung und übernehmen bewusst Verantwortung für unser Leben. Darin nehmen wir das Gute, die Weisheit, aus dem Erlebnis mit und richten mit Zuversicht unseren Blick auf die Zukunft.

4 Vertrauen
Eine heilsame und erfüllende Beziehung kann nur auf Vertrauen basieren. Diese stärkt eine Beziehung, während Kontrolle und Erwartungshaltung das Miteinander schwächt oder gar zerstört. Vertrauen kann bedeuten, dem Partner seine benötigten Freiräume zu schenken und sich zu freuen über seine Entwicklungsschritte und Erfolge. Vertrauen ist nur möglich, wenn wir uns selbst inneren Halt geben und auf ein gesundes Selbstwertgefühl bauen können.

5 Mut
Mutig zu sein, bedeutet, Schwellenängste zu überwinden und neue Gedanken umzusetzen, gerade dann, wenn äußere Sicherheiten nicht gegeben sind oder nicht so, wie es unsere Komfortzone gerne sehen würde. Mut beinhaltet auch, ehrlich zu sein, sich zu zeigen, zu seinen Bedürfnissen zu stehen sowie den anderen immer wieder aufs Neue loslassen zu können. Das können wir, indem wir Kontrolle und Altgewohntes durch Vertrauen ersetzen.

6 Loslassen
Keine Beziehung ist darauf ausgerichtet, dass wir uns dauerhaft auf uns zubewegen oder an uns festhalten. Jede gesunde Beziehung baut auch auf Phasen der Selbstzuwendung und Selbstentfaltung. Was in Liebe wachsen will, bedarf der Verbundenheit und Gemeinsamkeit genauso wie des Loslassens, der (vorübergehenden) Trennung und der Rückkehr zu sich selbst. Nur darin findet ein heilsames Gleichgewicht und eine liebevolle Entwicklung für alle beteiligten Seelen statt.

7 Lieben
Liebe ist, was wir annehmen können; so, wie es ist, ohne es zu bewerten. Was wir in Liebe betrachten, ist schön, weil wir deren Einzigartigkeit begreifen und wertschätzen. Liebe ist Leben und damit stets in Bewegung, sich in sanften Pendelbewegungen zwischen Polaritäten in Resonanz und Herzlichkeit weiterentwickelnd. In liebevollen Gedanken und Gefühlen befreien wir angstgeprägtes Verhalten und lassen los, was nicht wirklich Liebe ist. Alles, was wir in unsere Beziehung einbringen an liebevollen Werten wie Vertrauen, Verständnis, Mitgefühl, Vergebung, Wahrhaftigkeit, Wertschätzung, Frieden, Freude und Hingabe bringt Segen, Heilung und Verbundenheit.

(Quelle: Simone Balmer, Die Resonanz der Liebe, Aquamarin Verlag 2016)