Der Weg geht zum Herzen hin.

Mache deine Gedanken zu einer bewussten Entscheidung.

Die Energie folgt deinen Gedanken. Dies ist ein kosmisches Gesetz. Das heißt, du beeinflusst mit ihnen dein emotionales Empfinden und damit deine Ausstrahlung, deine Aktionen und Reaktionen. Mit deinen Gedanken wirst du zum Mitschöpfer deines Lebens und bist weder deinen Gefühlen noch dem Schicksal machtlos ausgeliefert. Doch wie kannst du deine Gedanken bewusst gestalten und liebevoll unter Kontrolle bringen? Wie kannst du selbst eingefahrene Glaubensmuster heilsam verändern?

Erhöhe die Qualität deiner Gedanken - Bewahre dir den Überblick über deine Gedanken.
Nimm deine Gedanken wahr. Beobachte sie, verschaffe dir einen Überblick und ordne sie. Welche Gedanken sind wichtig und fordern dich zu einer Handlung auf? Auch Zweifel und Sorgen können wertvolle Hinweise bieten und sollten nicht einfach als Unsinn abgetan werden.

Jene Gedanken, die immer wiederkehrend sind, möchten uns oft etwas sagen. Dabei ist es egal, ob sie sich leicht oder schwer anfühlen. Sie fordern uns auf, uns zu klären und zu entscheiden. Dabei kann es um das Verarbeiten einer Erfahrung gehen oder darum, etwas Anstehendes jetzt zu tun.

Sorgen sind hingegen dann nutzlos, wenn sie nicht unserer Gegenwart entsprechen und nicht als nachvollziehbare Erkenntnis in eine sinnvolle Handlung umgesetzt werden können. Sie verwirren uns eher, als dass sie Klarheit schaffen. Wenn wir solche Gedanken nicht verarbeiten und ablegen können, dann tanzen sie uns auf der Nase herum. Sie kosten uns Kraft und versperren den Zugang zu wahren Eingebungen. Sorgen und problembehaftete Gedanken können sogar Selbstablenkung sein, um sich nicht den wirklich bedeutenden Angelegenheiten zuzuwenden.

Einen Überblick über die eigenen Gedanken zu gewinnen, beinhaltet auch die Erkenntnis, woher diese kommen. Sind es wirklich unsere Gedanken oder haben wir sie von anderen Menschen übernommen? Kommen sie aus einem inneren Ruf? Sind sie verbunden mit wahren Bedürfnissen und entspringen echten intuitiven Eingebungen? Indem wir die Qualität, Tiefe, Dringlichkeit und Herkunft unserer Gedanken aufdecken, können wir sie bewusst in unser Leben integrieren oder aussortieren.

Verarbeite täglich deine Erfahrungen.
Verarbeite deinen Tag durch eine abendliche Segnung, durch ein spontanes Dankes- oder Vergebungsgebet oder eine Tagesrückschau. Den Tag rückwärts betrachtet noch einmal durchzugehen, hilft dabei, Eindrücke zu verarbeiten, sie einzuordnen und loszulassen. Dies regelmäßig zu praktizieren, erhöht die Schlafqualität und trägt zur inneren Ordnung und geistigen Fitness bei.

Stelle dir die richtigen Fragen.
Immer, wenn wir feststecken im Leben, wenn wir unglücklich sind, wenn die Dinge scheinbar schieflaufen oder wichtige Aufgaben anstehen, dann sollten wir uns auf drei Fragen konzentrieren:

·  Was ist mein Ziel?
·  Woran glaube ich wirklich?
·  Kann ich die Liebe fühlen?

Wenn wir an etwas nicht glauben, wie sollen wir es dann erreichen? Wenn unser Ziel uns nicht entwickeln lässt, wenn es einer Projektion oder realitätsfremden Vorstellung entspricht, so sind Hindernisse und Blockaden ein wichtiger Wegweiser, um innezuhalten und das Vorhaben zu überdenken. Immer, wenn wir die Liebe nicht fühlen können, haben wir etwas Wesentliches übersehen. Dann sollten wir uns fragen, was wir benötigen, damit unser Herz sich öffnet und Freude und Leichtigkeit aufblühen. Dabei gilt es, die innere Haltung und das Ziel zu überprüfen. So geht es beispielsweise in einem ersten Schritt nicht um die Frage, ob wir unsere Arbeitsstelle kündigen sollen, sondern um die Frage: »Kann ich mich da, wo ich bin, noch entwickeln – und wenn ja, wie?« Dieselben Überlegungen empfehle ich bei blockierten Beziehungen jeglicher Art.

Die richtigen Fragen zu stellen, hilft uns, die Lösungen zu sehen und den anstehenden, für uns jetzt möglichen Schritt umzusetzen. Hierzu fällt mir ein persönliches Beispiel ein:

Vor einigen Jahren spürte ich den inneren Ruf, meine Gedanken über Youtube-Beiträge zu teilen. Dies lässt sich in der heutigen Zeit grundsätzlich sehr einfach umsetzen. Ich stand dabei allerdings vor einer großen inneren Hürde. Bei der Vorbereitung blockierte ich mich mit meinen Ängsten und negativen Glaubenssätzen. Sie lähmten mich im wahrsten Sinne des Wortes. Ich reflektierte, dass ich in meiner Selbstsabotage wie in einem Spinnennetz gefangen war, kaum fähig, einen klaren Gedanken zu fassen. Je mehr Druck ich aufbaute, umso schlimmer wurde es. So nahm ich mich zurück, ließ die Aufgaben und Vorbereitungen ruhen und ging in einen inneren Dialog. Ich fragte mich: »Fühlt sich dieses Vorhaben stimmig an?« Mein Herz bejahte. Ich fragte weiter: »Möchte ich diese innere Blockade überwinden? Bin ich bereit dazu?« Auch hier spürte ich deutlich mein inneres Ja. So stieß ich weiter vor und fragte mich: »Was brauche ich, um mei- ne Angst überwinden zu können?« Meine Antwort war: »Ich brauche den Grund.« Schließlich – so sagt mir mein Selbstsabotagemuster – gibt es schon unzählige Onlinebeiträge, und kaum jemand hat darauf gewartet, dass ich nun ebenfalls noch mitmische. Erst jetzt wandte ich mich meinem Schutzengel zu und fragte ihn: »Weshalb soll ich Videobeiträge machen?« Die Antwort des Engels lautete: »Weil du es kannst.« Etwas enttäuscht über die Schlichtheit seiner Botschaft fragte ich: »Ist das alles?« Ja, das war alles. Über diesen Impuls dachte ich drei Tage lang intensiv und in Ruhe nach. Ich fragte mich, was diese Botschaft für mich bedeutete und schöpfte viele heilsame Erkennt- nisse und Durchsetzungskraft daraus. So konnte ich schließlich Ordnung und Frieden in meinen Gedanken herstellen und den Mut sowie das Vertrauen für meinen weiteren Wachstumsschritt aufbringen.

Das A und O im Leben ist die Selbstwahrnehmung.
Wir sollten die Aufmerksamkeit nie nur nach außen, sondern immer auch im Inneren bewahren. Wer die Wahrnehmung seines Atems, seiner Gedanken und Gefühle vernachlässigt, lässt sich schneller von einer emotionalen Welle mitreißen als jemand, der stets ein Auge auf sich selbst gerichtet hält. So können wir viel früher mit korrigierenden Gedanken gegensteuern und bleiben in unserer inneren Mitte verwurzelt.

Wenn sich unser Herz verschließt und unser inneres Licht schwindet, dann nehmen wir uns am besten zurück und werden erstmals vom Handelnden zum Beobachtenden. So haben wir Zeit, zu reflektieren, die Liebe zu spüren und ihr zu folgen.

Diese Haltung möchte auch im Umgang mit Stress zur Gewohnheit werden.
Angst und das Gefühl von Überforderung verengen immer den Blick. Darin gelangen wir vermehrt in einen Überlebensmodus und greifen unbewusst auf alte Denk- und Verhaltensprogramme zurück. Wenn wir uns verändern möchten, so ist ein bewusster Umgang mit innerem Druck wichtig. Stress entsteht durch problembehaftete Gedanken. Er wird angeheizt durch das Gefühl, einer Situation nicht gewachsen zu sein, zu wenig Zeit oder Kompetenz für eine Aufgabe zu haben.

Wenn mich im Alltag etwas aus meiner inneren Mitte lotst, dann besinne ich mich auf die Harmonie und Liebe in mir. Gleichzeitig atme ich die aufkommenden Emotionen und die damit verbundenen Gedanken aus. Dies gelingt mir dank des inneren Beobachters sehr gut. Dabei lächle ich oftmals den gestressten Gedanken an und sage mir: »Ach, es ist nur ein Gedanke.« So neutralisiere ich die Energie, bevor diese eine Dynamik auslöst, welche mich vollständig aus der emotionalen Balance und in unheilvolle Reaktionen reißen kann. Es sind nämlich oft Kleinigkeiten, die uns aus der Mitte bewegen: Eine unfreundliche Begegnung, eine Kritik oder eine Absage. Diese sind verglichen mit all dem Guten in unserem Leben von wenig Belang, und doch reagiert unser Unterbewusstsein darauf.

Unser Alltag mit seiner Vielfalt von Aufgaben fordert uns auf, Gelassenheit und Ruhe in unsere mentale Verfassung zu bringen. Wir können auf die Zukunft bezogene Sorgen und von der Vergangenheit belastetes Grübeln immer durch die Bitte um Segen dem Himmel abgeben. So besinnen wir uns auf das Leben im Hier und Jetzt und richten unsere Aufmerksamkeit auf gegenwärtige Chancen und Aufgaben. Indem wir die Liebe in uns fühlen, spüren wir Geborgenheit und Sicherheit. Sie trägt uns durch das Leben und gibt uns für alles Kraft, heute wie morgen.

Ein bewusster Umgang mit Stress beinhaltet das tägliche Entschleunigen durch Meditation, durch Spaziergänge in der Natur, durch das Seinlassen von Aufgaben und das Zulassen von Ruhe und Harmonie. Indem wir in unserem Alltag bewusst immer wieder innehalten und unseren Kopf frei machen, schaffen wir Raum für neue Inspirationen und Lösungen.

Als ich einmal von den Worten eines mir nahestehenden Menschen kalt erwischt wurde, drohte der Schock und die Trauer darüber mir den Boden unter den Füßen zu entziehen. In der Not ging ich in die Natur und atmete. Der bewusste Atem war in diesem Moment das Einzige, das mir Halt schenken und das ich annehmen konnte. Nach einer Weile besann ich mich auf die Liebe in meinem Herzen. Ich spürte sie wie einen gesunden, starken Baum, fest verwurzelt in meinem Inneren. Während die Trauer und der Schmerz wie ein Sturm durch mich hindurchfegten, empfand ich Liebe und fand zugleich Trost und Sicherheit in mir. Ich beruhigte mich rasch und richtete meinen geistigen Blick ins Licht. Ich bat um himmlischen Segen und Führung. Die Engel zeigten mir einen lichtvollen Weg. Daraus entwickelte ich Mut und Weisheit, die Angelegenheit heilsam zu klären. Ich bin heute dankbar für diese Erfahrung, denn sie hat mich wachsen lassen. Wir brauchen wirklich keine Angst vor unseren Gefühlen und Emotionen zu haben. Die Liebe macht uns unendlich stark und sanft zugleich.

Nimm frische geistige Impulse auf und erlaube dir neue Erfahrungen.
Unser Verstand arbeitet unentwegt und fordert von uns stets neue geistige Nahrung. Wenn wir ihm diese nicht in Form von neuen Erkenntnissen, Erfahrungen und Eindrücken geben, dann wiederholt er einfach das alte Gedankengut. Doch dann wiederholt sich auch unser Leben, anstatt sich mit uns zu entwickeln.
               
Es ist wichtig, eine gesunde Balance zu finden zwischen dem Bewahren von Traditionen und dem täglichen Zulassen von neuen Erfahrungen und Erkenntnissen. Die Fähigkeit zur Veränderung und zur Überwindung der gemütlichen Trägheit möchte täglich trainiert werden, genauso wie physische Muskeln immer wieder neue Reize benötigen, damit sie nicht verkümmern. Wenn du deinen Geist beweglich und deinen Gedankenhorizont offen bewahren möchtest, dann pflege diese Kompetenz. Erlaube dir den Gedankenaustausch mit Menschen, die eine ganz andere Sicht auf das Leben haben als du. Lerne zum Beispiel neue Kulturen, Länder oder Sprachen kennen. Aktiviere deine Motivation und Willenskraft, um Ziele und Visionen zu erreichen, und durchbrich den Automatismus deiner Alltagsroutine. So aktivierst du Zentren deines Frontalgehirns, und das unterstützt dich, geistig fit und wach zu bleiben.

Neue Erfahrungen bringen uns somit in die Vorwärtsbewegung. Sie weiten unseren Blick, stärken das Vertrauen und bringen uns neue Erkenntnisse. Alte Gedanken- und Lebensmuster sind nur so lange da, wie wir sie pflegen, wie sie uns von Nutzen sind und uns in irgendeiner Form Halt oder Entwicklungspotenzial bieten.

(Quelle: Simone Balmer, Entscheide dich für die Liebe, Aquamarin Verlag 2021)